Jens Strohschein: Landwirtschaft stärken | Wahlkreis 28 Nordwestmecklenburg II

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Thema 3 von 10 · Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026

Jens Strohschein: Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung

10 Themen für den Wahlkreis – 10 Fragen zur Zukunft von Nordwestmecklenburg II

Wahlkreis 28 – Nordwestmecklenburg II

Landwirtschaft prägt den Wahlkreis

Nordwestmecklenburg II ist kein Wahlkreis, in dem Landwirtschaft nur am Rand vorkommt. Zwischen Insel Poel, den Gemeinden des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, dem Raum Gadebusch, dem Amt Lützow-Lübstorf, dem Amt Neuburg und dem Bereich Neukloster-Warin prägen Felder, Tierhaltung, Forst, Dörfer und landwirtschaftliche Betriebe große Teile des Landschaftsbildes und der regionalen Wirtschaft. Landwirtschaft produziert Lebensmittel, sichert Arbeitsplätze, gestaltet Kulturlandschaft und ist eng mit Handwerk, Transport, Verarbeitung und regionalen Dienstleistungen verbunden.

Jens Strohschein hat Landwirtschaft für seine Kandidatur 2026 ausdrücklich als persönlichen Schwerpunkt veröffentlicht. Auf seiner aktuellen Themenseite fordert er Respekt, Planungssicherheit und faire Rahmenbedingungen. Er wendet sich gegen praxisferne Vorschriften, spricht sich für faire Erzeugerpreise und eine stärkere Stellung gegenüber großen Konzernen aus und nennt regionale Wertschöpfung sowie nachhaltige Landwirtschaft als Ziele. Gleichzeitig stellt er Landwirtschaft und Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz nicht als Gegensätze dar.

Damit ist die politische Grundrichtung belegt. Offen bleibt jedoch, wie Jens Strohschein diese Ziele in der Landespolitik konkret gewichten würde. Viele Rahmenbedingungen der Landwirtschaft entstehen auf EU- oder Bundesebene. Gerade deshalb ist die Frage wichtig, welche Handlungsmöglichkeiten Mecklenburg-Vorpommern besitzt und wo ein Landtagsabgeordneter tatsächlich Einfluss nehmen kann.

Planungssicherheit ist mehr als ein Schlagwort

Landwirtschaftliche Unternehmen investieren langfristig. Maschinen, Ställe, Lager, Bewässerung, Digitalisierung oder neue Produktionsverfahren werden nicht für ein einziges Jahr angeschafft. Betriebe müssen daher abschätzen können, welche Regeln gelten, welche Förderbedingungen bestehen und wie sich Genehmigungen entwickeln. Häufige Änderungen erhöhen Unsicherheit und können Investitionen bremsen.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hält verschiedene Förder- und Beratungsangebote für landwirtschaftliche Unternehmen bereit. 2026 wurde beispielsweise eine neue Richtlinie für geförderte landwirtschaftliche Beratungsleistungen veröffentlicht. Sie soll unter anderem Wettbewerbsfähigkeit, Tierwohl, Umwelt- und Naturschutz sowie Klimaschutz unterstützen. Daneben bestehen digitale Agrarantragsverfahren und weitere Förderprogramme. Solche Instrumente zeigen, dass Landespolitik konkrete Gestaltungsmöglichkeiten hat, auch wenn sie nicht jede Markt- oder Preisentwicklung bestimmen kann.

Jens Strohscheins Forderung nach weniger praxisferner Bürokratie sollte deshalb an konkreten Verfahren gemessen werden. Wo können Nachweise vereinfacht werden, ohne notwendige Kontrollen aufzugeben? Welche Daten müssen mehrfach gemeldet werden? Wie können digitale Verfahren übersichtlicher werden? Und wie lässt sich vermeiden, dass kleinere Betriebe unverhältnismäßig viel Zeit für Verwaltung aufwenden?

Regionale Wertschöpfung schafft mehr als landwirtschaftliches Einkommen

Wenn ein Produkt in Nordwestmecklenburg erzeugt wird, bedeutet das noch nicht automatisch, dass der größte Teil seiner wirtschaftlichen Wertschöpfung in der Region bleibt. Verarbeitung, Vermarktung und Handel können weit entfernt stattfinden. Regionale Wertschöpfung setzt deshalb an mehreren Stellen an: Direktvermarktung, regionale Verarbeitungsbetriebe, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Kooperationen zwischen Landwirtschaft und lokalen Unternehmen.

Jens Strohschein nennt die Förderung regionaler Wertschöpfung ausdrücklich. Für den Wahlkreis ist interessant, wie dieses Ziel praktisch unterstützt werden kann. Denkbar sind bessere Rahmenbedingungen für kleine Verarbeitungsstrukturen, regionale Vermarktungsplattformen, Investitionsförderung oder die stärkere Berücksichtigung regionaler Produkte dort, wo öffentliche Einrichtungen rechtlich und wirtschaftlich entsprechende Möglichkeiten haben.

Auch Tourismus kann mit Landwirtschaft verbunden sein. Hofläden, regionale Spezialitäten, Ferienangebote oder Veranstaltungen schaffen zusätzliche Kontakte zwischen Betrieben und Gästen. Auf Insel Poel und in den touristisch interessanten Seenlandschaften des Wahlkreises kann diese Verbindung besonders relevant sein. Dabei darf Tourismus landwirtschaftliche Produktion nicht romantisieren. Betriebe müssen wirtschaftlich arbeiten und ihre Flächen bewirtschaften können.

Ländliche Räume als Lebens- und Wirtschaftsraum

Landwirtschaftspolitik ist eng mit der Entwicklung der Dörfer verknüpft. Das Land hat im Juli 2026 die Förderung integrierter ländlicher Entwicklung angepasst und dabei unter anderem Verfahren erleichtert sowie Fördermöglichkeiten erweitert. Auch der ländliche Wegebau wurde wieder stärker berücksichtigt. Für landwirtschaftliche Betriebe sind solche Wege nicht nur Infrastruktur, sondern Teil des Arbeitsalltags.

Gute Straßen und Wege, leistungsfähige digitale Netze und erreichbare Dienstleistungen beeinflussen auch die Attraktivität landwirtschaftlicher Arbeitsplätze. Moderne Betriebe benötigen Fachkräfte, Datenverbindungen, Werkstätten und verlässliche Logistik. Wer Landwirtschaft stärken will, muss deshalb den gesamten ländlichen Raum mitdenken.

Hinzu kommen Veränderungen durch Energiewende und Netzausbau. Neue Leitungen, Wind- und Solarprojekte sowie naturschutzrechtliche Anforderungen können Flächennutzung beeinflussen. 50Hertz dokumentiert für den NordOstLink auch einen Landwirtschaftsdialog im März 2026. Solche Formate sind wichtig, weil landwirtschaftliche Betriebe frühzeitig wissen müssen, welche Flächen betroffen sind und wie Bau, Bodenschutz und Entschädigungen organisiert werden.

Landwirtschaft und Umwelt nicht gegeneinander ausspielen

Jens Strohschein formuliert ausdrücklich, dass eine starke Landwirtschaft kein Widerspruch zu Umwelt- und Klimaschutz sei. Diese Position ist für eine sachliche Debatte sinnvoll, weil Landwirtschaft sowohl von intakten natürlichen Ressourcen abhängt als auch selbst Auswirkungen auf Boden, Wasser, Artenvielfalt und Klima hat.

Die politische Aufgabe besteht darin, Zielkonflikte nicht zu verschweigen. Betriebe brauchen praktikable Regeln, während Natur und Ressourcen geschützt werden müssen. Gute Lösungen entstehen eher, wenn Landwirte früh in Programme und Maßnahmen einbezogen werden, statt Vorgaben nur von außen zu formulieren. Beratung, Forschung, Technik und Förderung können helfen, wirtschaftliche und ökologische Ziele zusammenzuführen.

Auch Klimaveränderungen erhöhen den Anpassungsdruck. Trockenheit, Hitze oder Starkregen können Ernten und Tierhaltung beeinflussen. Das Landwirtschaftsministerium hat im August 2026 auf den zunehmenden multidimensionalen Druck auf die Branche hingewiesen. Für Betriebe bedeutet das, dass Risikovorsorge, Bodenmanagement und Investitionsfähigkeit wichtiger werden.

Landwirtschaftspolitik braucht zudem einen verlässlichen Dialog zwischen Betrieben, Verwaltung, Wissenschaft und Politik. Gerade bei neuen Auflagen oder Förderbedingungen sollte früh geprüft werden, wie Regeln im betrieblichen Alltag wirken. Praxisnähe bedeutet nicht, Umwelt- oder Tierschutzstandards aufzugeben, sondern Ziele so zu formulieren, dass sie nachvollziehbar, kontrollierbar und mit vertretbarem Aufwand erreichbar sind. Für einen Landtagsabgeordneten aus Nordwestmecklenburg II wäre es daher wichtig, Erfahrungen der Betriebe systematisch aufzunehmen und bei landesrechtlichen Entscheidungen einzubringen.

Leitfrage an Jens Strohschein

Welche konkreten Möglichkeiten der Landespolitik willst du nutzen, um landwirtschaftlichen Betrieben im Wahlkreis 28 mehr Planungssicherheit zu geben, unnötige Bürokratie abzubauen und gleichzeitig regionale Wertschöpfung sowie eine nachhaltige Nutzung unserer Landschaft zu stärken?

Warum diese Frage für den Wahlkreis wichtig ist

Landwirtschaft ist Teil der wirtschaftlichen Basis vieler Gemeinden in Nordwestmecklenburg II. Wenn Betriebe investieren, Arbeitsplätze sichern und Dienstleistungen nachfragen, profitieren auch andere Unternehmen. Wenn Betriebe aufgeben, können dagegen Flächenstrukturen, Wertschöpfung und Dorfleben verändert werden. Deshalb ist Landwirtschaftspolitik zugleich Regionalpolitik.

Faire Bedingungen lassen sich allerdings nicht auf einen einzelnen Preis oder eine einzelne Förderung reduzieren. Märkte, Handel, Energiepreise, Wetter, Tierwohl, Umweltauflagen und Flächenkonkurrenz wirken gleichzeitig. Politik muss deshalb verlässlich und realistisch kommunizieren, was sie beeinflussen kann und was nicht.

Für Jens Strohschein ergibt sich daraus eine konkrete Prüfgröße: Seine veröffentlichten Forderungen sind deutlich, aber der nächste Schritt ist die Priorisierung. Welche bürokratischen Verfahren sollen zuerst vereinfacht werden? Wie will er regionale Vermarktung stärken? Welche Bedeutung haben ländliche Infrastruktur und Beratung? Und wie will er bei neuen Energie- und Infrastrukturprojekten die Interessen der Betriebe einbeziehen?

FAQ

Welche Landwirtschaftsposition hat Jens Strohschein veröffentlicht?

Er fordert Planungssicherheit, faire Rahmenbedingungen, weniger praxisferne Vorschriften, faire Erzeugerpreise, eine stärkere Stellung der Betriebe gegenüber großen Konzernen, regionale Wertschöpfung und nachhaltige Landwirtschaft.

Warum ist Landwirtschaft ein Wahlkreisthema?

Der Wahlkreis 28 umfasst zahlreiche ländliche Gemeinden und große landwirtschaftlich genutzte Flächen. Landwirtschaft prägt Wirtschaft, Kulturlandschaft und Dorfstrukturen in vielen Teilen der Region.

Kann ein Landtagsabgeordneter Erzeugerpreise festlegen?

Nein. Preise entstehen in komplexen Märkten und werden von vielen Faktoren beeinflusst. Landespolitik kann aber beispielsweise bei Förderung, Beratung, Verwaltungsverfahren, ländlicher Entwicklung und bestimmten gesetzlichen Rahmenbedingungen mitgestalten.

Welche aktuellen Landesinstrumente gibt es?

Mecklenburg-Vorpommern bietet unter anderem Agrarförderung, digitale Antragsverfahren, Beratungsförderung und Programme der integrierten ländlichen Entwicklung. 2026 wurden sowohl Beratungsförderung als auch Förderbedingungen für ländliche Räume aktualisiert.

Was bedeutet regionale Wertschöpfung?

Damit ist gemeint, dass möglichst viele wirtschaftliche Schritte und Einkommen in der Region verbleiben – etwa durch Verarbeitung, Vermarktung, Direktverkauf, Gastronomie oder Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen.

Warum wird der NordOstLink erwähnt?

Weil große Infrastrukturprojekte landwirtschaftliche Flächen berühren können. 50Hertz dokumentiert 2026 einen Landwirtschaftsdialog zum Projekt. Das Beispiel zeigt, warum frühzeitige Information, Bodenschutz und Beteiligung für Betriebe relevant sind.

Geprüfte weiterführende Quellen

Die persönliche Landwirtschaftsposition von Jens Strohschein ist auf seiner Kandidatenseite veröffentlicht. Das Regierungsportal Mecklenburg-Vorpommern informiert über Agrarförderung, die neue Beratungsrichtlinie 2026 und die integrierte ländliche Entwicklung. 50Hertz stellt aktuelle Unterlagen und Dokumentationen zum NordOstLink bereit, darunter den Landwirtschaftsdialog 2026.

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